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Wann Reparieren, wann Ersetzen? Metallkomponenten im Betrieb

Das schleichende Problem

Geländer, Tore, Schutzgitter, Transportwagen — Metallkomponenten im Betrieb altern langsam. Der Prozess ist unauffällig: erst oberflächlicher Rost, dann tiefere Korrosion, dann strukturelle Schwächung. Irgendwann klemmt das Tor, wackelt das Geländer, bricht die Schweißnaht.

Die Frage, die sich dann stellt: Reparieren oder ersetzen? Die Antwort hängt davon ab, wie weit der Verfall fortgeschritten ist — und ob man ihn früh genug erkennt.


Drei Stadien, drei Handlungsoptionen

Stadium 1: Oberflächenkorrosion

Der Rost sitzt auf der Oberfläche. Die Struktur ist intakt. Das Metall ist verfärbt, aber nicht geschwächt.

Was hilft: Entrosten, Grundieren, Neubeschichten. Der Aufwand ist überschaubar, das Bauteil bleibt im Einsatz. Je früher dieser Schritt erfolgt, desto länger hält das Ergebnis.

Stadium 2: Fortgeschrittene Korrosion

Der Rost hat die Oberfläche durchdrungen. Material ist verloren gegangen — sichtbar an Lochfraß, Abblätterungen, ausgedünnten Querschnitten. Die Funktion ist noch gegeben, aber die Reserve schwindet.

Was hilft: Gründliche Entrostung, Ausbesserung beschädigter Stellen, bei tragenden Teilen möglicherweise Verstärkung. Der Aufwand steigt, aber ein Neubau ist oft noch nicht nötig.

Stadium 3: Strukturelle Schädigung

Das Bauteil ist nicht mehr sicher. Schweißnähte reißen, Querschnitte sind kritisch reduziert, die Funktion ist eingeschränkt. Bei Geländern, Schutzgittern oder tragenden Konstruktionen wird das zum Sicherheitsrisiko.

Was hilft: Austausch. Reparatur wäre teurer als Neubau — oder technisch nicht mehr vertretbar.


Warum der Übergang von 1 zu 3 schneller geht als gedacht

Korrosion ist kein linearer Prozess. In Stadium 1 schützt die verbliebene Beschichtung noch teilweise. Sobald sie durchbrochen ist, beschleunigt sich der Verfall: Feuchtigkeit dringt ein, Rost breitet sich unter der Oberfläche aus, das sichtbare Problem ist kleiner als das tatsächliche.

Hinzu kommt: In Produktionsumgebungen wirken Faktoren, die den Prozess beschleunigen — Feuchtigkeit, Chemikalien, mechanische Belastung, Temperaturschwankungen. Was im Außenbereich Jahre dauert, kann in der Halle Monate dauern.


Wann Reinigung und Metallarbeit zusammengehören

In vielen Fällen ist der erste Schritt nicht die Reparatur, sondern die Reinigung. Unter Schmutz, Öl und Ablagerungen ist der tatsächliche Zustand nicht erkennbar. Erst eine gründliche Reinigung zeigt:

  • Wie weit die Korrosion fortgeschritten ist
  • Ob es nur Oberflächenrost oder bereits Lochfraß ist
  • Welche Stellen strukturell betroffen sind

Bei tragenden Konstruktionen, Schutzeinrichtungen oder sicherheitsrelevanten Bauteilen ist diese Bestandsaufnahme keine Option, sondern Pflicht.

Der Ablauf, der sich bewährt hat:

  1. Reinigung — Schmutz und lose Ablagerungen entfernen
  2. EntrostungVakuumstrahlverfahren für schonende, gründliche Rostentfernung
  3. Bewertung — Zustand beurteilen, Reparatur oder Ersatz entscheiden
  4. Instandsetzung — Ausbesserung, Verstärkung oder Neufertigung
  5. Oberflächenschutz — Grundierung und Beschichtung für Langzeitschutz

Wenn Reinigung, Oberflächenbehandlung und Metallarbeit aus einer Hand kommen, entfallen Schnittstellen und Abstimmungsaufwand.


Typische Bauteile und ihre Lebensdauer

Bauteil Typische Schwachstellen Frühwarnsignal
Hallentor Laufschienen, unterer Torbereich, Scharniere Schwergängigkeit, Geräusche
Geländer Fußpunkte, Schweißnähte, Handlauf Wackeln, sichtbarer Rost an Verbindungen
Schutzgitter Befestigungspunkte, untere Streben Lockerung, Durchbiegung
Transportwagen Räder, Schweißnähte, Griffe Schwergängigkeit, Risse
Zaunanlagen Pfosten im Bodenbereich, Torbänder Schiefstand, klemmende Flügel

Wer diese Stellen regelmäßig prüft, erkennt Probleme in Stadium 1 — wenn die Lösung noch einfach ist.


Fazit

Die Entscheidung "Reparieren oder Ersetzen" fällt selten am Schreibtisch. Sie fällt vor Ort, nach einer Bestandsaufnahme, auf Basis des tatsächlichen Zustands. Je früher diese Bestandsaufnahme stattfindet, desto mehr Optionen bleiben.

Wer wartet, bis das Tor nicht mehr schließt oder das Geländer wackelt, hat oft nur noch eine Option: Neubau.

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