Die meisten Industriebetriebe stehen irgendwann vor der Frage: Eigenes Reinigungsteam aufbauen oder extern vergeben? Beide Modelle funktionieren — unter unterschiedlichen Voraussetzungen.
Täglicher Bedarf mit gleichbleibendem Umfang
Böden wischen, Sanitäranlagen pflegen, Arbeitsplätze säubern — wenn dieselben Aufgaben jeden Tag in derselben Weise anfallen, rechnet sich ein internes Team. Die Auslastung ist planbar, die Einarbeitung amortisiert sich, die Abläufe werden Routine.
Bereiche mit Dauerpräsenz-Anforderung
In manchen Produktionsumgebungen ist es einfacher, eigenes Personal dauerhaft zu schulen und freizugeben als externe Kräfte für jeden Einsatz neu einzuweisen. Das gilt besonders bei strengen Zugangskontrollen oder vertraulichen Prozessen.
Überschaubarer Gesamtaufwand
Bei kleineren Betrieben, wo eine Person die Reinigung im Tagesgeschäft miterledigen kann, ist der Koordinationsaufwand für externe Vergabe oft nicht gerechtfertigt.
Spezialisierte Aufgaben mit eigenem Anforderungsprofil
Höhenreinigung erfordert IPAF-Zertifizierung und Hubarbeitsbühnen. Maschinenreinigung erfordert Kenntnis der Aggregate. ATEX-Bereiche erfordern zugelassene Ausrüstung und geschultes Personal. Für Aufgaben, die selten anfallen aber spezifisches Know-how verlangen, lohnt sich kein eigenes Team.
Schwankender Bedarf
Saisonale Schwankungen, projektbezogene Spitzen, Sonderreinigungen vor Audits — ein Dienstleister skaliert mit. Sie zahlen für das, was Sie brauchen, nicht für Kapazität auf Vorrat.
Dokumentationspflichten
Bei HACCP, IFS oder Kundenaudits zählt der Nachweis: Wer hat wann was gereinigt? Ein Dienstleister mit QM-System liefert Protokolle, Checklisten und Fotodokumentation standardmäßig. Bei internen Teams muss das erst aufgebaut werden.
Reinigung während laufender Produktion
Wenn Ihre Anlagen durchlaufen und Stillstandszeiten keine Option sind, brauchen Sie Teams, die das gewohnt sind. Das ist Tagesgeschäft für spezialisierte Dienstleister — aber selten für interne Reinigungskräfte.
Integration in Wartungszyklen
Wenn Reinigung Teil eines größeren Ablaufs ist — etwa wartungsvorbereitende Reinigung vor der Inspektion durch den Maschinenhersteller — muss sie mit Instandhaltung, Produktion und externen Technikern koordiniert werden. Ein Dienstleister, der diese Abstimmung regelmäßig macht, bringt die Prozesssicherheit mit.
In der Praxis ist die Frage selten entweder-oder. Viele Betriebe fahren mit einer Kombination:
Die Grenze verläuft dort, wo Ausrüstung, Qualifikation oder Koordinationsaufwand den Rahmen des Tagesgeschäfts sprengen.
Häufigkeit: Täglich gleichbleibend → internes Team prüfen. Monatlich oder projektbezogen → Dienstleister vergleichen. Jährlich oder seltener → extern.
Spezialisierungsgrad: Je spezifischer die Anforderung, desto weniger lohnt sich der Aufbau eigener Kompetenz für gelegentliche Einsätze.
Prozessintegration: Je enger die Reinigung mit anderen Abläufen verzahnt ist — Wartung, Produktion, Audits — desto wichtiger ist ein Partner, der diese Schnittstellen kennt.
Routine intern, Spezielles extern. Das ist die Kurzformel, die für die meisten Betriebe funktioniert. Wo genau die Grenze liegt, hängt von Ihrer Produktion, Ihren Anforderungen und Ihren Prioritäten ab.










