In Produktionshallen denkt man bei "Raumklima" selten an Luftqualität. Zu warm, zu kalt — das fällt auf. Aber die Luft selbst? Die atmen alle ein, ohne darüber nachzudenken.
Dabei entscheiden ein paar technische Komponenten darüber, was in dieser Luft ist: Hallenheizlüfter, Lüftungsanlagen, Maschinenfilter. Wenn diese Systeme vernachlässigt werden, verändert sich die Luftqualität — schleichend, aber messbar.
1. Hallenheizlüfter
Warmluft-Lufterhitzer und Heizgebläse wälzen die Hallenluft um. Was dabei durch die Geräte geht, verteilt sich im Raum. Wenn die Filter verschmutzt sind — oder gar nicht vorhanden — wird Staub aufgewirbelt statt gefiltert.
Was passiert bei Vernachlässigung: Staubbelastung steigt, Mitarbeiter klagen über trockene Schleimhäute oder Atemwegsreizungen, feine Partikel setzen sich auf Maschinen und Produkten ab.
2. Lüftungsanlagen
Zuluft, Abluft, Umluft — Lüftungssysteme sollen für Frischluft sorgen und belastete Luft abführen. Das funktioniert, solange die Filter durchlässig sind. Verstopfte Filter reduzieren den Luftdurchsatz; die Anlage kompensiert mit höherer Leistung oder die Luftqualität sinkt.
Was passiert bei Vernachlässigung: Energieverbrauch steigt, Luftwechselrate sinkt, in Extremfällen entsteht Unterdruck (Zugluft an Türen) oder die Anlage schaltet ab.
3. Maschinenfilter
CNC-Maschinen, Bearbeitungszentren, Emulsionsbecken — überall entstehen Partikel, Dämpfe, Aerosole. Maschinenfilter fangen diese ab, bevor sie in die Hallenluft gelangen. Je nach Prozess sind das Metallstaub, Ölnebel, Kühlmittelemulsionen.
Was passiert bei Vernachlässigung: Dämpfe treten unkontrolliert aus, Ölfilm legt sich auf Oberflächen, Mitarbeiter an benachbarten Arbeitsplätzen sind belastet.
Verschmutzte Filter haben einen direkten Effekt auf den Energieverbrauch:
Die Mehrkosten sind selten spektakulär — ein paar Prozent hier, ein paar dort. Aber über ein Jahr und mehrere Anlagen summiert sich das.
Eine systematische Filterwartung folgt einem einfachen Ablauf:
Bei Hallenheizlüftern kommt die Reinigung der Wärmetauscher hinzu — Staubablagerungen reduzieren die Wärmeübertragung.
Feste Intervalle (alle 6 Monate, jährlich) sind ein Anfang. Besser ist eine Orientierung am tatsächlichen Bedarf:
Raumklima in der Halle ist kein Komfortthema, sondern ein Betriebsthema. Filter und Heizlüfter bestimmen, was in der Luft ist — und was das den Betrieb kostet. Wer diese Systeme regelmäßig wartet, schützt Mitarbeiter, spart Energie und vermeidet Überraschungen beim nächsten Audit.










